schramltours – bad belzig – verlorenwasser (burgenwanderweg)

schramltours: bad belzig – verlorenwasser, 30 km

mit burgenwanderweg, belziger bach, springbach, lumpenbach, paradies, bullenberger bach, klein briesener bach, verlorenwasserbach

was bleibt:

  • die zunehmenden falten an meinem hals + auch sonst
  • der immer noch zu warme oktober mit erwartung der rekordtemperaturen + die frage zu nachrichtenzeilen wie “wahrscheinlich keine rekordzahlen”, warum sie suggerieren, dass 1 rekord erreicht werden müsse in 1 bereich, wos gut wäre, wenns keinen gäbe
  • die vorhersage “wolken den ganzen tag” + das strahlende sonnensymbol für morgen
  • ist jetzt hier im zug die klimaanlage an statt die heizung?
  • das nichtverabschieden vom herausgestreckten zugführerkopf, wenn so viele leute aussteigen
  • die strahlenden straßenlampen in der oktoberdunkelheit, die alles um sich herum in 1 goldenes bad tauchen, in das man sinken mag
  • das anbiedern bei lokalen geschäftsinhaber*innen, wenn man viel zu früh als tourist*in (von außen dahergekommene/dahergelaufene) etwas möchte: “haben Sie schon 1 kaffee für mich?” – ich hätte gerne bitte – jag skulle vilja gärna ha
  • die vielen leute, die morgens um kurz nach sechs 1 tag vor der zeitumstellung im dunkeln in bad belzig herumlaufen – was machen sie samstag früh da?
  • die alte frau, die anhält + uns beobachtet, wie wir mit dem kaffee + den hörnchen in der hand im handy den weg googeln, von dem wir durch den bäcker abgekommen sind, auf der suche nach 1 schönen platz, wo wir frühstücken könnten, und die wir ansprechen von weitem, damit sie sich nicht ängstigt, moin, ganz schön warm! und sie auf unsere kurzen hosen schaut + meint, wir wären richtig angezogen, ihr sei zu warm, und wir schauen auf ihre dicke jacke + die 2 nach untenziehenden taschen in ihren händen + meinen, ja + wir plaudern noch kurz + antworten auf alle ihre fragen was+wohin, ohne selbst 1 zu stellen + verabschieden uns, jetzt sind wir schon wieder ab vom weg
  • die dunkelheit im park + der mann mit dem hund ohne licht + wir mit dem licht + die sterne über uns
  • das hinsetzen am rande des kurparks für das frühstück noch vor sonnenaufgang – das haben wir auch schon schöner hingekriegt
  • die mühlen am burgenwanderweg
  • und immer wieder die buchenwälder (ja, schön auch die eichen)
  • der tiefe sand, ja herregud!
  • der eichhörnchenkindererlebnisweg
  • die wundervolle strecke am fließ entlang (das paradies!) noch viel schöner als die, die wir uns zum schluss wegen des namens verlorenwasser herausgesucht haben
  • die verpasste schöne aussicht in den briesener bergen
  • das ständige schauen auf die uhr, ob wir es auch bis zum abfahrtstermin des rufbusses schaffen, den wir 1 stunde vorher bestellt haben müssen, weil wir das ganze auf+ab hier ohne stöcke nicht eingeplant haben in unsere morgentrödelei – wie können wir das das nächste mal optimieren besser machen?
  • das experiment rufbus, das sich nicht erst beim 1. griff zum handy, das kein funksignal im wald empfängt, als gewagt herausstellt, bei anruf bei der hotline mit >7 minuten warteschleife zum herzklopfenerlebnis steigert + das 3malige wiederholen der gewünschten haltestelle “verlorenwasser hirschtränke”, weil die diensthabende frau uns nicht versteht + vor 1 formular sitzt, das nur 1 bestimmte auswahl zulässt + schon gar keine busnummern – gespräche mit personen, die in online-formulare tippen sind auch nicht anders wie 1 chat mit 1 bot -, während uns die einzigen 2 wander*innen auf der ganzen strecke entgegenkommen, die wir nur nickend grüßen können, weil wir 2x unsere buchungsnummer wiederholen: 12
  • der mit streichholzbäumen zugefallene weg kurz vor dem ende, wos schon knapp wird
  • die heide unter bewölktem himmel beleidigt in sich selbst verschlossen
  • der sprung über den verlorenwasserbach, der so schön plätschert, das wir am liebsten reinspringen würden
  • das umziehen, weil ohne gehts nicht, und wir kommen aber noch rechtzeitig an mit den auftauchenden sonnenstrahlen
  • das loslassen + verabschieden der schuhe, die, nachdem sie uns von küste zu küste durch den norden getragen, uns 1 letztes mal daheim begleitet haben + wir nehmen sie gar nicht wieder mehr mit zurück
  • der mann von der gastwirtschaft, die wir leider nicht besuchen können, weil wir so spät dran sind, der mit dem laubbläser herumfuchtelt, während er uns beim haltestellenschildlesen beobachtet, weggeht + wiederkommt, um zu fragen, ob wir den bus nehmen wollten: “den müssen Sie anmelden”, was wir ja getan haben, worauf er nickend weggeht + wiederkehrt + fragt, ob da 1 nummer draufsteht
  • der busfahrer, der aus der falschen richtung kommt + die hände ringt, als er uns sieht: “das 2. mal bin ich schon hier!” + unser baffes entschuldigen, weil abfahrtszeit ja jetzt (und wir schon 10 minuten da sind), aber es sei immer so knapp + wir müssten woanders noch jemanden auflesen, der kurz darauf direkt auf handy anruft, worauf der fahrer “ich bin in 2 minuten da!” 1 kleinwagen knapp auf die stoßstange auffährt, bis er ihn überholen kann + über 1 stoppschild prescht “während der fahrt bitte den gurt anlegen!” + unser verlangen, zu sagen: es tut uns leid, das nächste mal wissen wir bescheid + kommen früher, das erlischt, als wir 1 minute früher als geplant am bahnhof ankommen, worauf wir uns nur bedanken + 1 schönes wochenende wünschen “bis zum nächsten mal”, wozu er sich lachend + nickend + grüßend umdreht, als hätte er vorhin nicht knapp 1 kollaps gekriegt – wenn busfahren so 1 akkordarbeit ist, ist unser nächster plan für 1 anderes leben auch schon wieder gestrichen – akkord dürfen wir nicht mehr laut reha
  • das mit jedem aufruf infrage gestellte netflixabo, über das man filme downloaden + wie auf der rückfahrt ansehen kann, das wir uns schönreden, weil wir damit sprachen lernen: britt-marie var här
  • der mich sprachlos machende kranke, kaputte, sehr intelligente junge mann in der ubahn, der hocheloquent+variationsreich um aufmerksamkeit + geld für 1 mittagessen bittet +, da die bahn kurz im tunnel steckenbleibt, für gefühlt mehr als 2 minuten sich mit mit unzählbaren wünschen für den kleinsten der inflationären scheine aus meiner tasche bedankt + mich humble mit seinem strengen geruch, der ihm nachzieht, zurücklässt. I really hope you’ll be okay.
  • die alte frau, die sich ihr kopftuch mit um den mund wickelt statt 1 maske
  • der busfahrer mit der maske, der erklärt, warum wir hier im stau stehen + wie lange es dauern wird + dass man noch aussteigen könne + all die leute, die stumm sich ihrem stauschicksal ergeben + die alte frau, die scherzt, dass man daheim auch nur sterbe, könne man hier auch im bus sterben, was wir mit unseren 3 taschen voller dinge, die wir noch avnjuta müssen, überbitten lesend ignorieren

war fontane gar nicht hier?