Herr Zeller und der Verlust des Humors

Die Masse braucht + saugt. Schenkelklopfer Lacherkracher Comedy am Band. Immer schneller leichter grenzenlos. Fast Food Fun. Infinite Jest, schreibt Wallace. Unendlicher Spaß. Improvisiert oder einstudiert – einerlei. Kabarettisten Komiker Clowns werden hintereinanderweg durch die Kanäle geschleust, heiterkeitsreif auf der Bühne zum Auslachen serviert. 1 Lacher pro Minute ist zu wenig. Das muss Schlag auf Schlag. Keine komplizierten Spannungsbögen, in deren logisch langwierigen Aufbauten der Zuhörer verweilend sich verirrt, sondern knackigkurz, einfach pointiert. Lustig halt. Gegensätze gehen gut. Und immer viel Interjektionen. Und ich so: Hallo? Haha. Der Nächste.
So kann man überleben.

Katja Schraml: Herr Zeller und der Verlust des Humors. In: Kalmenzone literaturzeitschrift. Nr. 10: „Don Quijote und seine Verwandten“. ISSN 2196–3835. 30.10.2016.

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