schramltours – prenzlau – boitzenburg – templin – uckermärker landrunde

die letzten beiden etappen auf der uckermärker landrunde:

prenzlau bis templin mit übernachtung in boitzenburg, und abkürzung/abweichung nach alt-placht über radweg nach templin, 63,3 km

was bleibt (tag 1)

  • die notwendigkeit etwas zu vollenden müssen – den kreis schließen (obwohl die runde keine runde ist)
  • die beiden arbeiter im bäcker in prenzlau die über die knusprigkeit der brötchen fachsimpeln
  • die maulwurfshügel im stadtpark – unaufhaltsame sichtbarkeit ohne zu wissen wie unerwünscht man ist
  • die gelangweilten möwen am ufer des unteruckersees
  • die einsame abgesperrte vorstadtwage außer betrieb
  • die stillgelegten bahngleise wieso?
  • der schmale blaue streif am horizont der die sonne verspricht die nicht kommt
  • die mit schildern angekündigte 1,5 km lange unwegsame wegführung über järnvägen
  • das bewohnte gebäude hinterm stillgelegten bahnhof in groß sperrenwalde gegenüber des autohandels + 1 privatgrundstücks mit nationalfahne quer überm eingangstor
  • die mit weißer wandfarbe handbeschrifteten straßenangaben auf alten gutshofbacksteinbauten
  • die zugemauerten fenster+türen
  • die farbe des wasserstreifes (des bodens) gegenüber vom fischpass der gollmitzer mühle das aus dem verrosteten rohr strömt
  • der betriebsame windpark im eiskalten wind + das aufsparen des fleeces für die rast
  • die wärme der thermopads in den taschen die nur leicht über körperthemperatur liegen + am rücken wärmer werden als in der hand
  • die sage der mutter mölkasch deren text wir gerne lektoriert hätten
  • das flüchtende rotwild überm hügeligen land kurz vorm abgeholzten wald
  • d. tischler*in wo uns zuwinkt als wir im vorbeigehen am haus auf die ausgestellten bücher aus holzscheiten + die treppe zum fenster starren
  • der abgebrochene ast der fast den stamm zum zersplittern gebracht
  • der fleißige förster sein winselnder unsichtbarer hund im hintergrund des hofs
  • die zauberhafte lindenallee + was man alles tut um weiterzuleben
  • der liebevoll restaurierte gasthof mit der veganen gans to go + der heißen rainbowdusche für 1 aufgewärmte nachtruhe

was bleibt (tag 2)

  • die feuerwehrsirene mitten in der nacht + morgens nochmal
  • das frugale frühstück + die frage wie wir aufm pilgerweg zurechtkommen werden
  • das abgebrannte haus während ich schlief
  • die brücke über den silbernen mühlenbach + der leichte niesel der den wärmeren tag verspricht
  • der stillgelegte sprungturm am schumellensee
  • die imposante dietlofs lust über krienkowsee neben dem öden carolinenhain
  • die moosbedeckten füße der alten buchen wie warme strümpfe im sumpf
  • die spülmittelverseuchten moore+bäche+seen – I see you!
  • die 1, 2, 3, 4 maschinen zur holzvernichtung + die millionen toten kieferleiber + die frage ob 1 baum so langsam stirbt wie er lebt
  • die zahlreichen pfützen die an der grenze zu sümpfen dümpeln
  • die autos der jäger+förster in der schlangengrube
  • das hügelige land + der schießstand in der senke
  • die einzige eiche weit+breit die ihre blätter noch trägt + nicht fallen lässt komme was will
  • die erinnerung an die heide ohne heide
  • das reichlich sichtbar benagte biberrevier + die angst ohne schild (“hier lebe + arbeite ich”) könnte jemand über den biber ärgerlich werden ohne sich gedanken über den abholzungsstand weiter oben gedanken zu machen oder den sturm der all die birken umgenietet hat
  • die megabiberburg + der ausbau nebendran
  • all die vollgelaufenen boote kurz überm wasserspiegel am auslauf des großen warthesees
  • der stillgelegte sprungturm ohne warnhinweis
  • die kilometerlangen zerfurchten zermatschen böden der riesigen maschinen+traktoren in denen sie alle versinken sollen
  • die reste des abendessens vom vortag kalt immer noch lecker
  • die moosbezogenen gefallenen stämme neben den laubbedeckten grasbewachsenen furchen
  • der christbaum in gandenitz
  • der 1. mensch unterwegs im wald hinter alt-placht der uns joggend entgegenkommt während wir entgegenlaufen zum 1. mal auf dieser tour weil wir die strecke geändert + nicht mit dem bus von densow fahren wollen weil wir sonst warten müssten in der kälte sondern lieber laufen nach templin + dort den zug um dieselbe zeit bekommen + am ende nicht früher nicht später zu hause sein werden
  • die unendlich lange flucht der fahrradstraße nach templin die wir früher geliebt hätten als wir noch ohne schmerzen liefen + der dank an die ibu die uns die hüfte vom leibe hält seit heute früh
  • der pfeil auf dem schild unter dem fahrradstraßenschild “anlieger frei” das auf “anlieger” verweist
  • das quad das uns überholt
  • der schmale blaue streif am horizont wie zu beginn der das abendlicht ankündigt + wie eingebettet dazwischen 32 stunden + 64 km + 2 etappen + 1 runde + kein ende
  • der beleuchtete marktplatz von templin wo es wohnungen für 250 € warm gibt bei der genossenschaft + die frage ob man da wohnen könnte draußen in 1 der siedlungen
  • die liegengelassene jacke im zug + der gedanke dass man sie eh nie gemocht + sich jetzt 1 neue kaufen kann
  • die passgenauen anschlüsse bis vor die haustür daheim
  • der 4. advent

uckermärker landrunde, mit schließung zwischen seehausen+prenzlau, aufteilung der strecke zwischen alt-placht+templin auf 2 unterschiedliche strecken (fürstenberg-templin ab alt-placht auf dem uckermärker, boitzenburg-templin ab alt-placht auf dem radweg), 177,4 km

  • templin-ringenwalde 24 km (an+abfahrt bahn)
  • angermünde-ringenwalde 31,8 km (an+abfahrt bahn)
  • angermünde-warnitz 34,5 km (an+abfahrt bahn)
  • warnitz-prenzlau 21,5 km (an+abfahrt bahn)
  • prenzlau-boitzenburg 28 km (anfahrt bahn, übernachtung boitzenburg)
  • boitzenburg-templin 33 km (gekürzt, siehe oben, sonst regulär 39 km) (abfahrt bahn; alternativ wäre auch eine busverbindung ab densow-abwzeig templin nach alt-placht möglich gewesen)