für sophie.

einen menschen kann man nicht ersetzen. den man gedrückt gerückt ans herz. und der/den _geglückt_ verstand. der reißt ein loch in den dünnen lebensmantel, der da müd am haken hängt. und während man mit schwach kaputten augen nach den schwarzen morschen fäden sucht, um den langen riss zu flicken, werden die arme schwer die hände zittrig die nadeln stumpf. und stich um stich, den man sich vornimmt, schön gerad wie kreuz und quer, wird der schaden größer und der atem dicker. bis man keine lust mehr hat. und keine zeit. keine muße und kein wider. schon muss man wieder raus hinaus, an die freie frische luft. also wirft man sich den fetzen, der einen gegen windwutwetter schützen soll, nun eben so, wie er jetzt daliegt, um die schultern. und hofft, ein_fach, der sturm da draußen wüte nicht (mehr) allzu kräftig, während man mit jeder böe erinnert wird, und tropfend schritt für schritt die festlich restlich runden zieht.

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shine bright like a diamond in the sky.

auf bald.

ficht fecht facht

„Was ficht den Sinn dir an? Welch eigne Launen“,
Sprach da der Meister, „hemmen deinen Schritt?
Was macht dirs aus, was hinter dir sie raunen?
Lass doch die Leute reden! Komm nur mit!
Steh wie ein Turm, dem nie die Zinnen wanken,
Wie hart sein Haupt der Sturmwind auch bestritt!
Denn wo Gedanke sprudelt auf Gedanken,
Kommt weiter man vom Ziel, weil einer da
Im Schwung den andren hemmend bringt ins Schwanken.’“

aus: Dante, Die Göttliche Kommödie

nein nein

Nein, nein, sage er, Konrad, auf die Frage, ob er, der Baurat, Konrad in seiner Arbeit – tatsächlich soll der Baurat ‚in Ihrer Studie‘ gesagt haben – gestört habe. Nein, nein, sage er, und lügt. Die Lüge, denke er, Konrad, als das einzige Kontaktmittel zu beinah allen Menschen. … Aber immer werde er, Konrad, sage er zum Baurat, kaum setze er sich an den Schreibtisch, gestört. Und wie gesagt, sei es einmal der Bäcker, einmal der Rauchfangkehrer, einmal sei es Wieser, einmal Froh, einmal er, der Baurat, Höller sei es, seine Frau sei es, der Forstrat sei es, ein Geräusch sei es und so fort.

Thomas Bernhard, Das Kalkwerk