waren – käflingsbergturm: running with the woolfs sheeps












waren – käflingsberg, 26 km, 10/2024
notes to myself:
- oktober 2024
- waren 2. versuch. diesmal erfolgreich.
- vorm nachbarhaus 1 dicke*r waschbär*in auf futtersuche.
- ich habe keine maske dabei, aber die grippewelle rollt an + der r5 nach richtung waren ist auf der rückfahrt immer so voll, dass ich schnell noch 1 im frühen späti am bahnhof kaufe. weil ich noch 10 ct frei habe, suche ich mir aus den zahlreichen bunten boxen mit glitzernden folien umhüllten raschelnd 1 bonbon heraus, da schenkt mir der mann noch 1 bonbon dazu. ich kann es kaum glauben, weil wir sind uns ja fremd.1
- das funkelnde knisternde glitzerpapier des bananasplitbubblegums: ich: das kind.
- die maske ist aus china + verfügt über 1 zertifikat. daheim liegen die gratismasken aus der arbeit. aber die sind ja auch für die arbeit.
- es ist noch nacht in waren + im hafen liegen die schiffe stumm in der schwappenden müritz. ich trage die mütze, den buff überm mund, die jacke, die handschuhe: es hat schon kalt.
- nach den waschmaschinenfailures jetzt mit den neuen schuhen unterwegs: ich mach nur noch carbon. (weil ich 1
sparfuchsrabattopfer bin, kriegen mich die läden mit ihren vorvorjahressaisonmodellen im rausverkauf mit 50% immer dran – aber die monate bis jahre in der warteschlaufe der lagerhalle bis zum abverkauf tun 1 abbruch, den ich schon nach einigen monaten merke. was solls. geh ich halt wieder auf schnäppchenjagd + trage meinen suchtkompensationsteil bei zum untergang der welt) - überm natursteigsteg schlitternd nur vorsichtig getippelt, weils hat nicht nur kalt, es hat sowaswie frost + laut achtungsschild auch rutschgefahr.
- darüber hinaus hat es auch farben, was man erst sieht, wenn die sonne aufgeht. jedes semester lerne ich jetzt wieder wie in der schule was über stäbchen+zäpfchen + neu: rezeptive felder + hubel+wiesel, die 1 nobelpreis bekommen haben dafür, dass nicht alle ganglienzellen auf jedes licht reagieren, sondern je komplexer, desto kniffliger nur auf licht in der gewünschten orientierung, bewegung + lichtstreifenlänge. 1 information, die ich nach jeder klausur wieder nur durch abfrage der karteikarten abrufen kann. recognition yes, but no recall. zum glück hab ich die app auf abo eingestellt: da verlängert sichs automatisch, während ich noch überlege, ob ichs nicht wieder
appabbestelle. - warum heißt die aussicht „schnakenburg“? das frühstück im geschützten beobachtungsturm mit füße hoch + 1 zitat auf der bank: „But we can not simply sit and stare at our wounds forever.“ Haruki Murakami2: wenn 1 ausflug perfekt ist.
- die stiere auf der weide: warum diese angst vor hörnertieren? die kucken doch so süß! (der schlachter im beitrag erinnert mich im umgang mit seinen tieren an meinen vater den metzger, dessen stimme im video, das uns jahre nach seinem tod
zuvorgespielt wurde, so sanft zum schwein auf dem weg zur schlachtbank sprach wie zu 1 freund. ich kann mich nicht erinnern, dass seine stimme jemals so geklungen hätte, wenn er mich ansprach. sie hatte immer nur etwas forderndes, cholerisches, wütendes, ärgerliches, hämisch lustiges oder schließlich kränkelndes. aber die erinnerung trügt ja.) - das komische gefühl, als ob jemand unterwegs wäre: zuerst seh ich die schafe, die in meine richtung laufen, dann bemerk ich den schäfer, der immer näher kommt, bis ich doch stehenbleibe, um sie vorbeizulassen + will noch fragen, weil ich doch unsicher war, ob ich nicht gleich hätte stehenbleiben sollen, ob ich 1 fehler gemacht habe, ob ob – und ich weiß nicht mehr, was ich sage, aber er antwortet: „die sollen wieder zurücklaufen!“ oh! sorry. tieren laufen nunmal mit mir.
- die katze, die mir um die beine streicht + sich streicheln lässt von mir, die ich die katzen vermisse daheim, von denen jetzt nur noch 1 übrig, weil sonst alle verschwunden, verschollen, überfahren, erschlagen + ja, 1 auch: erschossen: wie ich ich den leichnam fand aufm balkon + der nachbarssohn nicht darauf angesprochen werden durfte, weil sie seine tauben räuberte. wie man keinen konflikt haben durfte. wie man den balkon irgendwann zubaute + der nachbarssohn erwachsen sein eigenes haus baute + die tauben verkaufte oder schlachtete, was weiß ich. auch die katze läuft 1 stück mit mir mit.
- am ende der strecke: der bus, den ich nur erreiche, wenn ich nicht auf den turm gehe, aber für umziehen ist zeit: „mal sehen, was das mit mir macht“, schreibe ich hin, aber 1 jahr später kann ich nicht sagen, dass es mir geschadet hätte – es waren eh schon zu viele leute unterwegs: es ist nicht die spät aufgestandene sonne nach der halben nachtwanderung, wo ich alleine den morgen für mich habe, es ist trotz oktober irgendwie noch saison.
- der bus ist auch kein linien-, sondern touribus mit fahrradanhänger + sightseeinginfos über tonband, aber das deutschlandticket gilt nicht, man kann auch nicht mit karte zahlen + zum glück hab ich den 5 € schein noch eingepackt, das reicht gerade + was bin ich froh, dass hier überhaupt etwas fährt. an 1 haltestelle gibt es 1 wiedersehen des fahrers mit 2 stammgästen, die seltsamerweise in die falsche richtung fahren wollen, es gibt 1 kurzes sortierungsg/orientierungsespräch, dann gehts weiter. aber wo fährt er denn hin? um die baustelle herum. die führung durchs gewerbegebiet macht der fahrer, der aus hambuach kommt, selber.
- aufm rückweg wieder störungen. „Ausfall RE4830, RE4831, RE4834 und RE4835 zwischen Rostock Hbf und Neustrelitz Hbf. Grund: Kurzfristige Krankmeldung. Nutzen Sie den jeweils nachfolgenden Zug.“ ich setze schon mal die maske auf – wäre ja schade, wenn ich sie umsonst gekauft.
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inspired by this
- Ganz schön zwanghaft – Von Ticks, Spleens und echten Zwängen, radiowissen 20.9.24 (online nur noch die „Wie wir ticken“ Zweitausstrahlung)
- Wie die Welt zum Sprechen kommt, dlf, 27.10.24
- Gut zuhören, besser verstehen – Wie Kommunikation gelingt, Erstausstrahlung 7.11.24, swr Wissen
zitat des tages
liebe fahrgäste, einen moment, ich muss mal aufs nachbargleis die kollegin unterstützen
unterwegs in brandenburg
take your time
bytheway
- 1/2 jahr später wird mir die frau im café in der nähe der arbeit, in das ich nur noch zur not gehe, wenn ich den weiten weg zur biobäckerei nicht schaffe, auf meinen schein glatt herausgeben, obwohl mir 10 ct fehlen + sagt dazu: „ich habe heute schon trinkgeld bekommen“. ich nehme mir fest vor, am nächsten tag wieder hinzugehen + ihr es zurückzuerstatten, aber bis heute hab ichs nicht geschafft + während ichs schreibe, nehme ichs mir wieder vor. irgendwann werd ichs tun, wie ich der barkraft, die mir, nachdem ich zum 2. mal mit leerer börse dastehe, weil beim 1. mal hab ich das geld vergessen + beim 2. mal reichts nicht + mit karte kann man nicht zahlen, den 1 € fürs pfand erlässt mit den worten „ich bin ja grad alleine hier“, den 1 € nickend lächelnd + wortlos, weil sie im gespräch mit 1 kunden, hinlege, während zu leerenden flaschen noch aufm tisch bei denjenigen stehen, die sie zurückbringen werden: mir kann man nix schenken, ich zahl alles zurück + oben drauf. außer: ich vergesses. ↩︎
- auf der recherche nach diesem zitat stoße ich auf den satz danach: „We must stand up and move on to the next action.” ↩︎




