schramltours: runde um trebbin

trebbin, 25,6 km

mit glauer berge (fuchs, kessel, kapelle), sudermannpark + schloss blankensee, nsg nuthe-nieplitz-niederung, aussichtsturm vorderer löwendorfer berg

was bleibt:

  • die wärme, die sich falsch anfühlt (und was gefrieren soll verfault)
  • der herbst
  • die neuen schuhe zum gehen nicht laufen 
  • all die gänse richtung osten – ist das die richtige richtung?
  • das wiedersehen mit der guten nuthe
  • die mückenschwärme aus dem winterschlaf aufgepLoppt
  • das stille gluckern der nuthe im aufgeregten gansgeschrei (froh lockend)
  • 1 funktionale heilung ist im alltag nicht lebbar
  • das licht
  • der müll im off – wie schaffens die leute damit bis hierher + warum geben sie sich solche mühe?
  • der wald im herbst
  • die glauer berge im tiefsten märkischen sand + die hoffnung, die reifen blieben denen stecken, die mit ihren motoren kommen (sorry)
  • fontanewege im herbst: immer 1 gute wahl
  • das arme pferd, das laut seinen äpfeln all die glauer berge auf+abgestiegen ist mit schwerem gewicht auf durchgebogenem rücken
  • die reste des babyglückwunschluftballons + die wenigen weiteren abfälle inmitten des verdreckten landes, die wir plogga + in die volle tonne beim aussichtspunkt werfen
  • all die bedürfnislosen verkrüppelten kiefern auf den trockenen sandbergen + der björklund dazwischen
  • der pilzsammler mit der jutetasche, der mir ausm weg geht + rechtzeitig umdreht, um zu grüßen, weil wir sind ja allein
  • die glauer berge mit kleinen kratern zwischen den gletscherschmelzwasserkehlen wie bomben- oder asteroideneinschläge
  • die pausierenden berliner*innen, die wegsehen, als sie mich sehen, weil wir alle nur aus der hauptstadt flüchten, um uns 1 zivilisationslosen illusion hinzugeben, die mit jeder städtisch anmutenden person zerstört wird, und die sich später dank ihres pkws als potsdamer*innen herausstellen
  • und all das offene grüßen + raumgeben aus der fernwanderung ist mit 1 sonntag nach 1 arbeitstag am samstag dahin + das gefühl zurück, es bleibt nicht genug zeit
  • die hochzeit auf schloss blankensee nur für geladene gäste
  • die wahnsinnseiche
  • überall ist schon wer wie z.b. die beiden, die zum vogelbeobachtungsturm gehen, den wir auslassen, um keine crowd zu bilden, + stattdessen den weg zur kapellenruine einschlagen, die vollbesetzt mit 1 kompletten fotoshootingcrew ist
  • der unnötige umweg um die felder, nur um am kampfhund nicht nochmal vorbeizugehen + seinen wächter*innen
  • wildenten betteln nicht um brot. wildenten schwimmen davon
  • die ausgeschnittenen trauerweiden
  • die vielen sonntäglichen spaziergänger*innen + unsere 2. pause mit dem kaffee aus der thermoskanne zum 1. mal diesen herbst
  • das wildgehege mit dem spitzberg, das wir auslassen, weil wir für 1 ausgiebigen besuch schon durch die umwege in den glauer bergen zu müde sind nach der dienstreise + lieber 1 zug früher heimfahren
  • der mann, der uns beim aufstieg auf den vorderen löwendorfer berg abwärts strebend begegnet mit offenem pulli + unnützer kleidung in der hand + durch die bäume linksrechts schaut, um hallo zu sagen + sich mit uns über das wetter zu freuen, das man an diesem tag nutzen muss + uns noch viel spaß wünscht, während wir dergleichen tun, aber nicht anders können, als 1 “etwas zu” einzuwerfen beim gespräch übers warmwetter, weil uns die ungewohnte wärme mitten im oktober wie 1 schlechtes omen vorkommt
  • die jugendgruppe auf dem aussichtsturm, dessen letzte plattform gesperrt ist, + ihr begleiter, der kurz nach mir den turm besteigt, um die kids, die (“was macht ihr?” – “zocken”) mit lauter musik die obersten stufen + bänke besetzen, drauf hinzuweisen, dass sie etwas leiser sein + runter gehen sollten, weil jetzt auch andere leute hier wären + er meint mich, die tätowierte alte frau, der alle jungs*+mädels* schlagartig ihre taschen zur seite räumend ausm weg gehen – und ich würde gerne sagen: toll, was ihr da macht: am sonntag zum aussichtsturm, aber alle hocken mit ihren handys rum + zocken, aber wer sind wir, den anderen vorzuschreiben, wie sie pausen zu gestalten haben, wo wir gerade erst selber dabei sind, das zu lernen: uppehållet
  • das etwas verlorene umherhirren am potsdamer platz beim umsteigen in der stadt, weil die r3 baustelle hat richtung norden + nur bis hbf fährt, die frage nach dem kino, die wir mit “äh” + umdrehen beantworten + den kinderwagen, den wir mit brottüten beladen einhändig helfen die treppen hinunterzutragen + meine güte, da ist 1 baby drin!
  • die ruhe
  • das nicht entscheiden können für weniger als 40 bilder + dann ist es so

die ängste der deutschen*