schramltours – lieberoser heide III

beeskow – guben, 77,9 km

in 3 etappen:

  1. beeskow – mochowsee 30,6 km
  2. mochowsee – großsee 24,6 km
  3. großsee – guben 22,7 km

durch 3 landkreise:

  1. oder-spree
  2. dahme-spreewald
  3. spree-neiße

tag 3

  • großsee – guben 22,7 km

mit großsee, kleinsee, pinnower läuche + tauersche eichen (am rande), schenkendöbener see, schwarzes fließ, altes mutterfließ

was bleibt:

  • “was geht ab heut naaacht?!” – der ruf des kindes von gestern abend immer noch im ohr (das mädchen: “ja was geht denn ab heute nacht?”)
  • beim aufstehen feststellen, dass wir den schlafsack falschrum angezogen haben – ach so? könnts noch wärmer werden?
  • abbau des zeltes – frisch frisch – nur nicht auf die uhr sehen, sonst wollen wir wieder wettkampf gegen uns selbst – optimierung des auf+abbaus
  • um 6:13 uhr (geburtszeit) abgehbereit – es ist halt unsere zeit
  • blasen kommen – blasen gehen
  • nur keine regenkleidung anziehen, könnte ja trocken bleiben
  • der frische menschenleere see im morgenlicht
  • weiter auf gerader strecke am naturlehrpfad entlang
  • geht 1 kurzsichtige auf weitwanderung
  • der aussichtsturm am weißen lauch: da gehen wir mit dem rucksack hoch – oh vorsicht!
  • kurzer sonnengruß
  • 1 runde um den den kleinsee in herzform, weil wir kurz zum ufer schnell zurück als wir die angler*innen sehen
  • mitten auf der stromterrasse 1 sitzgelegenheit zwischen 2 stämmen den kocher aufgesetzt + trockenes reisig weggeräumt für 1 heißen warmen tee – zu hause stellen wir fest, dass wir bei all dem wochenlangen probekochen erst 40g an gas verbraucht – da hätten wir die nudeln auch richtig kochen können
  • yogiteesprüche nur noch was für gestresste städter*innen – da sind wir doch jetzt drüber oder?
  • der junge mann mit dem schäferhund, der an der ecke auf uns wartet, der hund ganz angespannt, wir sprechen ihn an, weil wir da auch einbiegen wollen, der hund hätte wohl viel zu kucken – “ja das gibts hier selten” – kurzgespräch woher wir kommen, was wir erlebt, wohin wir gehen – der hund knurrt weiter, springt uns an – und plötzlich bleib ich stehen und sage: ich lass euch schon mal vorgehen – da sagt der mann: “nein, geh du ruhig vor” – jetzt hetzt der schäferhund den mann mit seitenscheitel schnauzbart armeejacke hinter uns drein + regen setzt ein – wir frieren + werden nass, aber können nicht stehenbleiben – also schnellschritt – plötzlich tun die füße gar nicht weh, wir sind auf 1 flucht – und erst als der niesel schauer strömen wird, stellen wir uns unter 1 baum + wechseln wie das wetter unsere kleidung – da kommt die sonne raus und heizt uns unter unserem plastik ein – von mann + hund nichts mehr zu sehen – dann gehts auch wieder langsamer
  • weniger bilder jetzt
  • + mehr gedanken
  • ab jetzt wechselwetter sonne wolken regenschauer – what if we were asked once why we would do all this wandering?
  • jetzt wirds lang eintönig im wald – jetzt wirds schwierig – mentales wechselwetter
  • im kopf ermüdungsbruch – was wenn die füße knacken?
  • ich bin meine füße
  • ich tue weh
  • am gipfel die rosa hundsrose vor gewitterblauem firmament
  • das 9 € ticket ab juni schon als angebot für die heimfahrt ende mai – “beachten Sie die gültigkeit!” – ja dann halt 15,50 € 11,70 € mit bc
  • das lange stück dampfendes fließ
  • das plasti plasty narium in guben – dich recherchier ich noch
  • unsere vorurteile + klischees vom brandenburger südosten richtung sachsen – gRubenLeben
  • das bestattungshaus von elfi schade
  • der bahnhof von guben, der so riecht wie das alte schulhaus in trauti
  • und wieder gascointainer auf den schienen
  • ersatzverkehr über frankfurt/oder, daher rückfahrt über cottbus – wer hat uns gelernt, die füße auf den sitz zu legen? nur schnell runter, wenn die schaffnerin kommt – dabei sind wir doch 1 alte dame
  • im re2 nach berlin der zugbegleiter am anschlag, weil 2 leute mit fahrrad + anhänger in der tür stehen – “da kommt jetzt niemand mehr durch, nicht hinaus, nicht auf die toilette, das ist 1 notausgang” – die frau versucht sich zu rechtfertigen, dass das die schuld der bahn wäre oder die seine – der zugbegleiter rächt sich mit 1 angespannten langen sehr verständlichen ansage, dass man mit 1 fahrrad kein beförderungsrecht habe – “wie soll das werden ab juni? dann müssen wir die polizei rufen und den zug räumen – dann kommt niemand mehr mit! denken Sie doch mal auch an die anderen, nicht nur an sich!”
  • das kind mir gegenüber: “papa kommen wir da noch raus?”
  • die füße in den plastiksandalen nach 1,5 std hochlegpause wie neu – als wäre nichts gewesen – ihr verarscht mich doch!
  • am bahnhof gesundbrunnen noch die spinattasche im mund nehmen wir 1 jungen mann, der 2 volldioten auf elektrorollern ausweichen muss, liebenswürdigerweise selbstverstädnlich 1 zettel aus der hand, der uns entgegengestreckt wird – “denkanstöße zu lebensfragen – wer ist jesus?” – den kenn ich schon – der war wie ich mit wölfen elchen + haubitzen in der lieberoser heide. 40 3 tage lang.

wir halten uns nicht auf – vielleicht sollten wirs