ja, wohin denn mit dem dreck?

(c) kaschpar, „Müll abladen nicht gestattet“

lösungsmöglichkeit I: werfen Sie den müll in die luft und schauen Sie, dass Sie wegkommen, irgendwas wird schon hängenbleiben.

II: suchen Sie sich 1 verlassene ecke, wo es nicht so auffällt, und lassen Sie im vorbeifahren ein paar teile fallen

III: bilden Sie möglichst große haufen, damit es aussieht, als ob der sperrmüll sowieso gerade vorbeikommen wollte – notfalls waren es eben gar nicht Sie, sondern die, die vorher/nachher da waren

IV: deponieren Sie nur einzelne gegenstände an exponierten orten, damit es aussieht wie kunst

V: geben Sie sich keine mühe, wozu auch?, schmeißen Sie den dreck einfach weg. irgendwer wird sich schon drum kümmern.

#ff follower_friday

eklige wörter:

  • Problemfan
  • Handlungsgehilfe
  • Must-Have: Trenchcoat im klassischen Glencheck aus hochwertiger Boiled-Wool im Cosy-Tailoring-Stil

schöne wörter:

  • megalomanisch
  • kolossal
  • gefinkelt

mit herzlichen grüßen an snänng!

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nur überhört

älteres ehepaar, im bus

>Sie: Ich glaub ja, dass die Maria eine Angststörung hat.
<Er: Und der Peter hat auch eine Störung.
>Ach ja?
<Ja.
>Was denn für eine?
<Reinlichkeitsstörung.
>Reinlichkeitsstörung.
<Ja. Der will über alles die Kontrolle haben.
>Ungebildet ist er auch.
<Und die Maria hat immer Angst, dass was passiert.
>Ich weiß noch, wie sie uns immer geholt haben, als der Peter vom Balkon springen wollte.
<Und die Maria kann die Miete bald nicht mehr zahlen.
>Ach!
<Noch fünf, sechs Jahre, dann ist sie pleite.
>Das war ja klar.

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(c) kaschpar

 

#ff follower_friday

Als kleiner Junge stand er einmal auf der Plattform einer Straßenbahn und pfiff. Er trug eine Matrosenjacke mit einem breiten weißen Kragen und eine Mütze, auf der Hertha stand. Vergnügt pfiff er vor sich hin, die Beine etwas krumm. Seine Strümpfe fielen, der eine Schnürriemen war aufgegangen. Kein Mensch befand sich sonst auf der Plattform. In dem Wagon saßen gewiß einige Leute, aber sie konnten das Pfeifen nicht hören. Ginster bemerkte gar nicht, daß er pfiff, er dachte, daß ein schöner Tag sei und er später Trambahnschaffner werden wolle. Eine Stimme schreckte ihn auf, die ihm das Pfeifen verwies. Er stände auf einer Plattform, die Plattform sei öffentlich, und gepfiffen dürfe nicht werden. Ginster sah blinkende Uniformknöpfe und darüber das Schaffnergesicht. Was daraus werden solle, wenn alle pfiffen? Ginster schob die Strümpfe herauf und band den Schnürriemen zu; der Schnürriemen mußte durch ein unrechtmäßiges Löchelchen im Stiefel gezogen werden, weil ein Haken abgegangen war. Pfeifen könne er zu Hause, aber nicht auf der Plattform. In den Uniformknöpfen spiegelte sich sein Gesicht; achtmal konnte er winzig klein Hertha erkennen. Wer ihn denn erzogen habe? Er müsse doch wissen, daß hier eine Plattform sei. Bei der nächsten Haltestelle stieg Ginster aus, obwohl er noch nicht am Ziel war. Zu Hause verschwieg er das Erlebnis. Tagelang pfiff er nicht mehr.*

… im lesen sein – auf literatour durch lieblings_w_orte …

Aber es ist mir immer klar gewesen, und in der letzten Zeit noch klarer geworden, dass dieser Bericht von mir gemacht werden muss, dass ich mich einem solchen Bericht über Wolfsegg nicht entziehen kann […] Das verlangt mein Kopf von mir. Und mein Kopf ist ein unerbittlicher Kopf geworden vor allem gegen mich selbst. Der unerbittlichste, hatte ich zu Gambetti gesagt.**

mit herzlichen grüßen an mickzwo.


*Siegfried Kracauer: Ginster
**Thomas Bernhard: Auslöschung

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(c) kaschpar

#ff follower_friday

wie land_schaffts_bild
zweidreivier worte welten zeugen
und wolkenwucht die seelen
finden – fluten – füllen.

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(c) kaschpar

für die hafenmöwe mit herzlichen grüßen