Thank you for hearing me …

15. Hörspielsommer Leipzig, 14.07.2017.

2. Hörspielmanuskriptwettbewerb.

1. Platz in der Kategorie Umsetzung: Theresa Moest und Conny Walter: Alles in Ordnung. (Text: Katja Schraml.)

Aus der Jury-Begründung:

„[…] Die Inszenierung folgt der Grundbewegung des Textes und macht die Diskrepanz zwischen dem entfremdeten Arbeitsalltag und den innersten Sehnsüchten akustisch erfahrbar. Ganz kühl und distanziert präsentiert uns die Erzählerin das Hamsterrad, in dem sich die Protagonistin bewegt – und unterläuft es gleichzeitig. Aufgesplittet in eine Hauptstimme, die wie ferngesteuert klingt, wenn sie minutiös die alltäglichen Abläufe und Arbeitswege beschreibt, und viele flüsternde, knapp unter und knapp über der Wahrnehmungsgrenze murmelnde Neben- und Unterstimmen, die guerillaartig andere Lebensentwürfe suggerieren, gibt sie dem Text Kontur und Dringlichkeit.
Durch Cut-Ups, Loops und Auslassungen, und dem streng rhythmisierten temporeichen Sprachduktus tritt die Inszenierung in Dialog mit der Textvorlage, interpretiert und weitet sie. Der entfremdete Alltag in seiner Gnaden- und Atemlosigkeit und der fiebrige Versuch, das System aufzusprengen, wird in dieser Inszenierung, die ihre akustischen Mittel ganz präzise und kontrolliert einsetzt, konsequent vorgeführt und sinnlich erlebbar gemacht.
Die Begegnung im Fahrstuhl, die mögliche Berührung, ja die Liebe selbst, wirkt in diesem lebensfeindlichen und doch alltäglichen Arbeitsumfeld wie die letzte mögliche Ausflucht, wie ein terroristischer Akt. Dass diese Restrenitenz in dieser Inszenierung eine so starke Stimme erhält, dass die Erfahrung der inneren Vielstimmigkeit hier so sinnlich ins Hörspiel übersetzt wird, verdient Bewunderung.
Dem Hörer geschieht Unvereinbares: Wenn er sich in der inszenierten Arbeitswelt wiederfindet und sich zugleich mit dieser Figur solidarisiert, im Glauben an die nicht restlos rationalisierbare Sehnsucht des Menschen nach Verschwörung und Liebe. Dieser Kampf hat in dieser Hörspielinszenierung seinen würdigen Gegner […]“.

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für eure großartige Produktion!

Liebe Grüße, Katja

(c) kaschpar, Richard-Wagner-Hain, 14.7.17

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Weshalb meinst du, dass was geschehen passiert vorgekommen.
Etwas Bass Sonders Bestimmtes.
Als obs nicht genüge. Das alltägliche Ganze. Gesamtsituation an sich.

Alles in Ordnung. Kurzhörspiel. Text: Katja Schraml. Produziert in 4 Fassungen von den Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar (Experimentelles Radio) im Rahmen einer Lehrveranstaltung: Oda Zuschneid + Michael Lohmann, Jakob Reiniger, Jurate Braginaite, Theresa Moest + Conny Walter.

Finalteilnahme am 2. Hörspielmanuskriptwettbewerb des Hörspielsommer e.V. und der Bauhaus-Universität Weimar. Auf dem 15. Hörspielsommer-Jubiläum in Leipzig (7.-16.7.2017) werden alle teilnehmenden Stücke präsentiert und prämiert:

14.07.2017, 18-21 Uhr, Richard-Wagner-Hain, Leipzig.

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(c) kaschpar

hör lieber mond,

send mich gerne im nächsten leben

auf 1 deiner vielen anderen erden

wo ich darf ganz ich selber werden

dafür spinn ich dir hier 1000 leidleibleinweben.

(c) kaschpar

the digital wave.

Die Tür ist zu.
Oma! Was machst du denn da?
Frau Enster nestelt in den Taschen, blickt hastig über die Schulter: Wo ist der Fuchs? Die gesamte Gegenseite greift sie ab: grünschwarzgelbgemalt glänzt der graue Uniwaschbeton – 0101 – the digital wave – manchmal –
manchmal – scheint die Uhr des Lebens stillzustehen –

Katja Schraml: Die Frau Enster. The digital wave. In: Johnny. Literaturzeitschrift Goethe-Universität Frankfurt. 26.04.2017.

hör lieber mond,

schick 1 tropfen leichtsinn herab
tauch ihn tief in mein glas
dass der schwermut, von dem ich mich immer lab
schmeck 1 hauch nur nach libertas

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(c) kaschpar

frei_dicht_ung

Das Wichtigste ist die Dichtung.
Dass die Fenster zu. Geschlossen verriegelt 3-fach verglast. Dass kein Wind hindurch, kein Duft herein, kein Geruch dazwischen. Dass Ruhe ist: das vor allem.

Katja Schraml: Herr Freit. Dichtung + Deutung. Kurzprosa. In: mosaik Nr. 23: Du bist fad. 15.05.2017.

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this one’s for you, josef sepp joe.

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(c) kaschpar

wondering what your name might be today.

happy birthday.

Katja Schraml. Josef der Schnitzer Stumpf. Roman. KUUUK Verlag. 12.05.2015.


done with gimp. beautify. art. life sketch.

hör lieber mond,

schenk mir nur 1 weile

birg meinen kopf in deinem schoß

auf dass er von des lebens stoß

bloß wieder gänzlich heile

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